Freitag, November 16, 2007

Vortrag an der Universität Passau am 8.11.2007


Neue Wege der Politikkommunikation durch Web 2.0


From: Habbel, 8 minutes ago





Web 2.0 wird die politische Kommunikation und die Beziehungen Staat - Bürger grundlegend verändern.


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Wir brauchen einen politischen CIO

Die Leistungsfähigkeit des Public Sectors ist in einer globalisierten Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor. Sie schafft die Grundlage für Wachstum, Arbeit, Sicherheit und verbessert die Lebensqualität der Menschen. Die Informationstechnologie ist dabei ein zentraler Baustein für eine zukunftsorientierte Politik und für eine moderne Verwaltung. Deutschland als drittgrößte Industrienation der Erde muss sich den neuen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie in Politik und Verwaltung besser annehmen und seine Strukturen und Aufgaben ständig optimieren. Jedes politische Projekt ist heute auch ein IT-Thema. Das verlangt Leadership und die frühzeitige Einbindung der IT bereits in die politischen Konzepte.

Deutschland braucht einen Chief Information Officer (CIO) in der Politik. Der CIO gibt der Politik die Möglichkeit, mit neuen Instrumenten zu steuern und zu gestalten, aber auch mit den Bürgern auf neuen Wegen zu kommunizieren. Die Aufgabe des CIO ist ein höchst politisches Amt. Deshalb muss der CIO auf Augenhöhe mit Mitgliedern der Regierung arbeiten. Er muss fest in der Politik verankert sein. Politiksteuerung im Zeitalter des Internets darf nicht allein den Behörden überlassen bleiben. Das Primat der Politik muss stärker eingefordert werden. Und es gibt weitere Gründe, die für einen politischen CIO sprechen:

1. Verwaltungskooperationen werden im Zeitalter der Shared-Services eine große Bedeutung erlangen. Die Zusammenarbeit zwischen Bund, Länder und Kommunen muss verbindlicher koordiniert werden. Das kann nicht auf Beamtenebene geschehen. Interoperabiliät statt Zentra-lisierung heißt hier das Gebot der Stunde.

2. Die Eiffizienzrenditen, die in der deutschen föderalen Verwaltung schlummern, müssen gehoben werden. Sie werden dringend für wertschöpfende Tätigkeiten benötigt. Notwendig ist deshalb ein grundlegendes Hinterfragen deutscher Verwaltungstradtionen und -strukturen. Verwaltungsmodernisierung ist eine hoch politische Aufgabe.

3. Der Bedeutungsgewinn der Städte und Gemeinden bei der Umsetzung von Politiken des Bundes und der Länder macht deutlich, wie wichtig eine strategische Steuerung der IT ist. Die aktuelle Diskussion über den einheitlichen Ansprechpartner im Rahmen der EU-DLR zeigt die Notwendigkeit verbindlicher Absprachen zwischen den Ebenen auf.

4. Die Bundesregierung ist mit dem jetzt vorgelegten CIO-Konzept auf dem richtigen Weg. Es ist lobenswert und notwendig, einen „VerwaltungsCIO“ auf Bundesebene zu etablieren, der insbesondere die IT des Bundes koordiniert. Aber das reicht allein nicht aus. Wir brauchen in Deutschland einen CIO mit politischer Verantwortung als Impulsgeber, Koordinator und Ansprechpartner der Politik, der Regierung, der Länder, der Kommunen und der Wirtschaft. Schöpfen wir unsere Möglichkeiten voll aus. Deutschland kann es.

Donnerstag, November 01, 2007

Erstmals Wettbewerb bei Verwaltungsdienstleistungen


„Ihr Antrag wurde am 30.10.2007 um 10.44 Uhr entgegengenommen.“ Diese Nachricht der Stadt Stuttgart erreichte mich, nachdem ich als Berliner Bürger über den Onlineauftritt der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt eine Feinstaubplakette für mein Berliner Fahrzeug bestellt und 6 Euro per Karte bezahlt hatte. Ein wahrlich historisches Ereignis. Erstmals ist es möglich, im Wettbewerb eine Verwaltungsdienstleistung auch von einer anderen Kommune zu erhalten.

In Stuttgart können die Feinstaubplaketten online bestellt und per Kreditkarte oder Einzugsermächtigung bezahlt werden. Zwar ist der Dienst in erster Linie für die einheimischen Bürger gedacht, aber es ist auch möglich, mit einem Kennzeichen aus einer anderen Stadt diesen Service zu nutzen. Eine automatisierte Abfrage beim Kraftfahrtbundesamt klärt, welche Plakette das jeweilige Auto bekommt.

Stuttgart ist damit Vorreiter in Sachen bürgerfreundliche Umweltzone, die in einigen deutschen Städten zum kommenden Jahreswechsel Realität wird. Die Stadt Stuttgart bittet Auswärtige, nur sparsam von dem Online-Service Gebrauch zu machen. Das ist verständlich, denn Stuttgart kann nicht für Millionen von Nachfragern die Plaketten herausgeben. Dennoch zeigt dieser Weg, welche Dynamik im Onlinegeschehen von Verwaltungsleistungen liegt, wenn der Nutzen evident ist.

Berlin geht bei den Feinstaubplaketten einen anderen Weg. Zwar soll es an mehr als 1.000 Stellen, beim TÜV, in Autohäusern u.s.w. die Plaketten geben, eine Antragsstellung mit Onlinebezahlung in der Verwaltung scheitert aber an fehlender Software in den Ämtern. In Berlin kann man nur mit einen Verrechnungsscheck bezahlen. Der gilt aber als Auslaufmodell und wird heute kaum noch verwendet, geschweige denn jemand besitzt überhaupt noch solche archaischen Formulare. Auch in Köln ist nur die altmodische Bezahlung mit Verrechnungsscheck möglich.

Auch die Gebühren für Einzelausnahmen von der Plakettenpflicht sind in den Kommunen sehr unterschiedlich. In Berlin beginnen sie bei 166 Euro für einen Privat-Pkw und reichen bis zu 586 Euro für LKW und Busse. In Hannover dagegen sind es nur 20 bis 120 Euro und in Köln 5 bis 75 Euro. Wettbewerb ist ein wichtiger Treiber für effizientes Handeln auch in der Verwaltung. Die Feinstaubplakette ist ein schönes Beispiel für mehr Wettbewerb innerhalb des Public Sectors. Kompliment an die Stadt Stuttgart.

Von Franz-Reinhard Habbel

Montag, Oktober 22, 2007

Schulen kommunalisieren

In das Schulwesen in Deutschland kommt Bewegung. In einem Interview mit dem Tagesspiegel hat sich der Landrat in Oberhavel und Vorsitzender des Landkreistages Brandenburg für die Kommunalisierung des Schulwesens ausgesprochen. "Die Kommunen, die jetzt für Gebäude, Hausmeister, Ausstattung zu sorgen haben, müssen endlich auch für das Personal, für die Lehrer zuständig sein. Solange man das nicht zusammenführt, bleibt das System krank......Das alles ist hinreichend erprobt - nämlich in den Ländern wie Finnland, die bei der PISA-Studie meilenweit vorn liegen". Ähnlich argumentiert der Niedersächsische Städtetag, der sich vor einigen Monaten für die Kommunalisierung der Grundschulen ausgesprochen hatte.

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Premiere in Deutschland: Erster Deutscher Online Klimagipfel im Internet

Unter dem Leitthema "Welchen Beitrag können wir leisten, um Städte und Gemeinden bei der Umsetzung einer effizienten Klimapolitik zu unterstützen?" findet am 4. Dezember 2007 von 10.00 bis 14.00 Uhr im Internet der Erste Deutsche Online Klimagipfel statt. Ziel dieser Veranstaltung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ist es, eine neue Qualität von interdisziplinärer, offener und gleichzeitig ergebnisorientierter Zusammenarbeit unter Beteiligung der wichtigsten Umwelt- und Klimaexperten Deutschlands zu ermöglichen. Diese Klimaschutz-Konferenz findet ausschließlich im Internet statt und wird mit Hilfe der international prämierten OpenSpace-Online® Echtzeit-Konferenzmethode durchgeführt. Im Unterschied zu herkömmlichen Konferenzen entstehen keine durch An- und Abreise der Teilnehmer verursachten klimaschädlichen Emissionen. Für die Idee und für die Konzeption dieser deutschen Premiere zeichnen der Sprecher des DStGB, Franz-Reinhard Habbel und die Open-Space Online-Gründerin Gabriela Ender verantwortlich.

Weitere Informationen und Hinweise für die Anmeldung siehe www.online-klimagipfel.de


 

115 Projekt stößt auf großes Interesse im Ausland

Im Rahmen der 9. Local Government Leaders Conference von Cisco am 11.10.07 in Porto stellte der Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Franz-Reinhard Habbel, das Projekt 115 aus Deutschland vor. Der einheitliche Behördenruf stieß auf großes Interesse bei den Vertretern u.a. aus Portugal, Spanien, England und Frankreich. Habbel forderte mittelfristig die Ausdehnung des einheitlichen Behördenrufes auf alle EU Staaten und ihrer Behörden. Im Rahmen eines paneuropäischen eGovernments müsse es künftig unter einer europaweiten einheitlichen Nummer möglich sein, auch bei den jeweils ausländischen Behörden Hilfe und Unterstützung in seiner Landessprache zu erhalten, wenn zum Beispiel die Identitätspapiere verloren gingen. Für die EU bedeute ein solcher Service eine stärkere Identifikation mit Europa. Noch in diesem Jahr soll mit portugisischer Unterstützung Vertretern der Europäischen Kommission das deutsche 115 Projekt vorgestellt werden. Habbel forderte weiter, über den Projektfortschritt und die Maßnahmen in Deutschland mehrsprachig auf den einschlägigen deutschen Websites zu informieren.

Rheinland-Pfalz nutzt IT-Einsparungen für Computer in Schulen

Teile der millionenschweren Einsparungen bei der Informationstechnologie nutzt das Land für die Verbesserung der Computerausstattung in den Schulen. In den nächsten vier Jahren stellt Rheinland-Pfalz insgesamt zehn Millionen Euro zur Förderung der Medienkompetenz an Schulen aus der IT-Effizienzrendite bereit. Dies teilte der CIO des Landes Rheinland-Pfalz, Jürgen Häfner, auf der 2. Fachtagung zur Haushaltssanierung in Neuss mit. Das Projekt wird von der Zentralstelle für IT und Multimedia umgesetzt. Insbesondere durch eine Bündelausschreibung beim Erwerb von Lizenzen für Standardsoftware von mehr als 30.000 Computern in der Landesverwaltung konnten Einsparungen in Millionenhöhe erzielt werden. Rheinland-Pfalz ist damit das erste Bundesland, dass freiwerdende Mittel aus Einsparungen beim Einsatz moderner IT in die Bildung der jungen Menschen investiert. Auf der von der Convent in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Nordrhein-westfälischen Finanzministerium durchgeführten Veranstaltung trafen sich Vertreter aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft, um über neue Wege bei der Haushaltskonsolidierung zu diskutieren.

Sonntag, August 05, 2007

Deutschland kann stolz auf seine Infrastruktur sein

Daseinsvorsorge, Infrastruktur und Querverbund sind Themen, die nicht jeden Tag in den Medien stehen. Und dennoch sind sie für Deutschlands Entwicklung von großer Bedeutung. Wie wichtig eine zuverlässige und sichere Infrastruktur für die Lebensqualität und für die Standortattraktivität ist, macht ein Blick in die USA deutlich. Unglücke wie in New York, dort explodierte eine unterirdische Dampfleitung, oder der Einsturz einer Brücke in Minneapolis, der Stromausfall im nahezu ganzen Nordosten und die völlig maroden U-Bahn- und Bahnnetze zeigen das Dilemma. Menschen müssen ihr Leben lassen, andere werden verletzt, weil Warnungen vor baulichen Mängeln vermutlich auf die zu leichte Schulter genommen werden. Hinzu kommt allerdings ein strukturelles Problem. Niedrige Steuersätze machen es dem US-Staat und den Kommunen weitgehend unmöglich, mehr in die Infrastruktur zu investieren. Der Begriff Daseinsvorsorge ist unbekannt. Der Präsident des US-Ingenieurverbandes American Society of Civil Engineering (ASCE), Bill Marcuson, klagt: "Der marode Zustand unserer Infrastruktur ist eine echte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft des Landes". Bestätigt wird dies durch den gemeinsamen Bericht "Infrastructure 2007: A Global Perspective" des Washingtoner Urban Land Institutes und der Prüfungsgesellschaft Ernst & Young. Dort heißt es, dass die niedrigen Investitionen in die Infrastruktur die Fähigkeit des Landes, international konkurrieren zu können, einschränkt. Ein fatales Signal für die amerikanische Volkswirtschaft.

Anders in Europa und Deutschland: Dort haben Investitionen in die Infrastruktur große Bedeutung. Sie bilden die Basis für Wachstum und Lebensqualität. Die Daseinsvorsorge ist in Deutschland ein wichtiges Primat der Politik in den Kommunen. Andere Länder in Europa sehe diese Aufgabe eher bei staatlichen Einrichtungen. Zwar sind die Investitionen der deutschen Kommunen seit 1993 bis 2006 um fast 40 Prozent zurückgegangen mit der Folge, dass sich ein riesiger Nachholbedarf aufgetürmt hat, gleichwohl ist das Thema ganz oben auf der Agenda der Politik. Das Difu schätzt den gesamten Investitionsbedarf der Kommunen auf mehr als 350 Mrd. Euro. Den größten Teil davon nimmt die Sanierung der Abwassersysteme ein, die in vielen Städten und Gemeinden seit Kriegsende nicht mehr renoviert wurden. 40.000 öffentliche Schulgebäude, 430.000 km Gemeindestraßen und Tausende von Brückenbauwerke müssen ständig gewartet und unterhalten werden. Millionen Euro müssen in den nächsten Jahren für die Ausstattung mit Breitband insbesondere im ländlichen Raum aufgebracht werden. All dies zeigt, der Finanzbedarf ist immens.

Ein Teil des Geldes wird auch durch den Querverbund aufgebracht. Das heißt, dass zum Beispiel Erlöse der Stadtwerke aus der Energieerzeugung in den öffentlichen Nahverkehr fließen. Kräfte, die an einer solchen Querfinanzierung rütteln, müssen sich im Klaren sein, dass manches nicht mehr möglich wäre und ein Erfolgsmodell leistungsstarker Infrastruktur in Frage gestellt würde. Nichtsdestotrotz muss auch die Politik Veränderungen annehmen. Mehr Transparenz ist auch bei der Finanzierung der Infrastruktur notwendig. Die Bürger möchten wissen, woher welches Geld kommt und was damit gemacht wird. Das ist ihr gutes Recht. Hier muss die Kommunalpolitik noch transparenter werden. Angesichts der Bedeutung der öffentlichen Infrastruktur für die Gesellschaft und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sollten wir allerdings mehr Aufmerksamkeit auf die Themen Daseinsvorsorge und Infrastruktur lenken und die enormen Leistungen in Deutschland offensiver präsentieren und kommunizieren. Mehr Stolz ist angebracht aber auch ein wachsames Auge, die Sicherheit und Weiterentwicklung nicht zu gefährden.

Freitag, März 23, 2007

Breitband:Schlüsselinfrastruktur für Wirtschaft und Gesellschaft


Vortrag F.R.Habbel am 22.3.07 in Meschede im Rahmen der Auftaktveranstaltung Breitband-Initiative Hochsauerlandkreis

Reinhold Harnisch zu 115


Interview mit dem Geschäftsführer des Rechenzentrums Lemgo zur einheitlichen Behördenrufnummer 115 auf dem Weg von Lemgo nach Hannover am 15.3.07

Donnerstag, Januar 04, 2007

Kommunale Dienstleistungen neu gestalten

In Gesellschaft und Wirtschaft vernetzen sich Menschen und Institutionen durch das Internet in einem nie dargewesenen Ausmaß. Neue Gemeinschaften bilden sich über nationale und kulturelle Grenzen hinweg. Eine neue Arbeitsteilung verändert die Unternehmen radikal. Nicht jeder muss alles tun. Der jeweils Beste übernimmt eine Teilaufgabe, wo immer er auch seinen Standort hat. Die professionelle Arbeitsteilung zwischen Unternehmen und Lieferanten bis hin zur Auslagerung von ganzen Prozessen und Aufgaben wird zum kritischen Erfolgsfaktor. Web 2.0 macht es möglich, dass Kunden direkten Einfluss auf die Produktentwicklung nehmen. All dies wird auch die Verwaltung verändern.

Weg von den Silos hin zum Netzwerk, in das auch Bürger und Unternehmen eingebunden sind, heißt die Botschaft. Damit eröffnen sich für die Verwaltung völlig neue Möglichkeiten, zum Beispiel die elektronische Abwicklung des schlicht administrativen Tagesgeschäftes zu bündeln. 10.000 Rathäuser, 10.000 Mal der gleiche Vorgang, ein Luxus. Notwendig ist eine Stärkung der Arbeitsteilung innerhalb der föderalen Ebenen, zwischen ihnen sowie mit der Privatwirtschaft. So lassen sich Effizienzpotenziale heben. Die Kommunen geben jährlich rund 70 Mrd. Euro allein für Personal- und Sachkosten aus. Der Anteil zwischen administrativen und wertschöpfenden Tätigkeiten wird heute auf 40:60 geschätzt. Besser wäre ein Verhältnis von 20:80. Das ist erreichbar. Durch die Neugestaltung kommunaler Dienstleistungen, insbesondere durch die gemeinsame Erledigung administrativer Aufgaben lassen sich bis zu 20 % der Aufwendungen in den nächsten Jahren einsparen. Das bedeutet mehr Geld für Bildung, bessere Schulen und Kindergärten, kurzum für Investitionen in die Zukunft.

Mehr Zusammenarbeit ist von Nöten. Die Einrichtung von Dienstleistungszentren (Shared Service Center) innerhalb der Verwaltung oder – wann immer dies möglich und ordnungspolitsch geboten erscheint – in Kooperation mit oder durch die Wirtschaft, kann den administrativen Aufwand der Verwaltung erheblich reduzieren. Diesen Weg sollten wir konsequent gehen.

Donnerstag, Februar 23, 2006

Rechtsverordnung zum ersten Mal in Deutschland elektronisch verkündet

Einen bemerkenswerten Weg ist die Bundesregierung bei der Veröffentlichung von Rechtsvorschriften gegangen. Am 20. Februar wurde im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers (http://www.ebundesanzeiger.de/) angesichts der aktuellen Vogelgrippeproblematik die Wildvogel-Geflügelpetzschutzverordnung durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlicht.

Die elektronische Veröffentlichung stellt ein neues Kapitel mit dem Umgang und Nutzung von elektronischen Mitteln bei der Verkündung von Rechtsvorschriften dar. Bisher ist diese Form der rechtsverbindlichen Bekanntmachung von Normen nur Einzelfällen vorbehalten, wie z.B. in § 86 Tierseuchengesetz und § 73 Lebensmittel und Futtermittelgesetzbuch, um Adressaten der Verordnung besonders schnell und reibungslos zu erreichen. Auf Rechtsverordnungen, die im elektronischen Bundesanzeiger verkündet werden, muss aber unter Angabe der Stelle ihrer Veröffentlichung und des Tages ihres Inkrafttretens nachrichtlich auch im Bundesgesetzblatt hingewiesen werden.

Das Bundesinnenministerium plant, die Möglichkeiten zur elektronischen Verkündung auszuweiten. Mittelfristig dürfte ein solches Verfahren auch für die Kommunen interessant sein, ihre Bekanntmachungen ebenfalls elektronisch zu veröffentlichen und damit Kosten einzusparen.

Bisher werden nur in Belgien, Frankreich, Österreich, Großbritannien und Estland Rechtsvorschriften in elektronischer Fassung verkündet. In England und Estland sind sie seit 2002 sowohl in elektronischer Version als auch in den Papierausgaben zu erhalten. Belgien und Frankreich haben seit 2003 bzw. 2004 die Online-Version und die parallel gedruckte Ausgabe. Einzig und allein Österreich hat konsequent umgestellt und verkündet alle Gesetze und Rechtsverordnungen seit 1. Januar 2004 nur noch elektronisch.
(Gottfried Haellmigk)

Mittwoch, Februar 22, 2006

Moderner Verwaltungsarbeitsplatz: Innovationstreiber für Kommunen


In Sachen Informations- und Kommunikationstechnologie stellen die Bürgerinnen und Bürger an die Kommunen ebenso hohe Ansprüche wie an Unternehmen. Von Städten und Gemeinden wird, wie von jedem anderen Dienstleister, erwartet, dass sie schnell, transparent und vor allem kundennah und effizient ihre „Produkte“ anbieten. Anfragen, Genehmigungsverfahren, Auskünfte, Baurechtsprozesse, Geodaten, Hundesteuer und Meldeverfahren: Alles soll möglichst im Internet und innerhalb kürzester Frist erledigt sein.

„Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger“ – Unter diesem Motto führen Bund, Länder und Gemeinden das E-Government ein. Schrittweise wird die Verwaltung modernisiert, die Arbeitsabläufe und elektronische Prozesse werden synchronisiert. Privatpersonen und Unternehmen wissen das zu schätzen und greifen immer stärker auf diese Angebote zu. Beide Seiten profitieren davon.

Für die Mitarbeiter in den Kommunen heißt das: In allen Bereichen der Behörden geht der Übergang von der Offline- zur Online-Verwaltung zügig voran. Der Umgang der Verwaltungen mit Unternehmen und Bürgern wird sich deutlich verändern, ebenso wie die Zusammenarbeit innerhalb der Behörden.

Das erklärte Ziel der Verwaltungs-Vereinfachung „Alles online 2010 – Mit weniger Staat“ zeigt die dringlichste Aufgabe für die nächsten fünf Jahre: Mit e-Government wollen wir mehr Wachstum und weniger Bürokratie erreichen. Digitale Geschäftsprozesse, schnellere Genehmigungsverfahren, kürzere Wartezeiten und weniger Formulare stärken die Leistungsfähigkeit der Kommunen, beschleunigen das Wirtschaftswachstum und führen zu weniger Bürokratie. Um die deutschen Städte und Gemeinden schneller wettbewerbsfähig zu machen und ihren Standort zu stärken, müssen alle Kommunen in den kommenden Jahren ihre Verwaltungsabläufe optimieren.

Montag, Februar 20, 2006

Breitbandversorgung als Standortfaktor für Kommunen

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. VTAM hat in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund DStGB eine Dokumentation vorgelegt, die Kommunen mit unzureichender DSL-Versorgung helfen soll, ihr Gebiet mit alternativen Techniken für Breitbandanbindungen zu erschließen. Die Broschüre "Breitbandbindung von Kommunen" (PDF-Datei, 882 kByte) erläutert verschiedene Anschlussalternativen –zum Beispiel Funkanbindungen mittels Wimax – und beschreibt unterschiedliche Projekte DSL-freier Kommunen wie so genanntes Funk-DSL per UMTS-TDD im 2,6-GHz-Band.

Freitag, Februar 03, 2006

Düsseldorfer Entfesselungsimpulse 2006

Um Wachstum freizusetzen und Beschäftigung zu fördern hat die Stadt Düsseldorf die "Düsseldorfer Entfesselungsimpulse 2006" der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Beitrag der Landeshauptstadt enthält zehn Kernforderungen, 20 darauf basierende gebündelte Ideen sowie 100 exemplarische Einzelvorschläge.

Überzogene Bürokratie und Regelungsdichte, Besitzstandsdenken, übertriebene Einzelfallregelungen, überkommene Strukturen, zu kleinteiliges Denken und Arbeiten, Vollkaskomentalität pp. sind „Bremsklötze“, die in unserem Land vorhandene Kräfte über die Maßen hemmen. Beklagt wird das in Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden, in den Medien seit langen Jahren zunehmend – mittlerweile fast schon beschwörend existenziell.

Dienstag, Januar 31, 2006

RFID – Der kleine Chip mit großer Wirkung

Ein Einkaufswagen bis an den Rand gefüllt mit Waren. Ein Kunde schiebt den Wagen einfach an der Supermarktkasse vorbei aus dem Laden. Kein Verkäufer zuckt, kein Diebstahlalarm jault. Was sich anhört wie ein dreister Diebstahl, ist bereits jetzt ganz legale Einkaufs-Realität.
Denn die Waren in dem Einkaufswagen sind dann mit neuen Chips ausgestattet. RFID, eine Abkürzung für Radio Frequency Identification, heißt die Technik, die hinter dem Zukunftsszenario steht.

RFID ist eine Technik, an der sich die Geister scheiden. Denn so vielfältig ihre Einsatzmöglichkeiten sind, so gefährlich ist RFID aus Sicht von Verbraucherverbänden und Datenschützern. Denn einerseits machen die Chips zum Beispiel den Einkauf komfortabler, schneller, billiger und einfacher, andererseits kann Missbrauch ganz leicht den gläsernen Kunden entstehen lassen, der unbemerkt vieles von sich preisgibt, bis zur Farbe seiner Unterhose, wo er sie gekauft hat und was er dafür bezahlt hat.

Sonntag, Dezember 04, 2005

Korea - Land der Geschwindigkeiten

Zieht man in Korea um, funktioniert das Telefon, sobald man in der neuen Wohnung den Stecker einsteckt. Der Internetanschluss ist noch am Umzugstag freigeschaltet. Das Land setzt voll auf schnelle Kommunikationstechnologien. Die Verbreitung des Breitbandinternets ist mit 78 % (2004) gigantisch. Deutschland liegt in Europa auf Platz 11 nach den jüngsten Mitteilungen der Europäischen Kommission.

Ebay hat Tausende von Verkäufern im ländlichen Raum

Wie wichtig hochleistungsfähige Breitbandverbindungen für den ländlichen Raum sind, zeigen jüngste Aussagen des Ebay-Deutschlands Chefs Stefan Gross-Selbeck. In einem Gespräch mit der FTD sagte er, dass mittlerweile 64.000 Menschen in Deutschland einen wesentlichen Teil ihres Lebensunterhaltes mit dem Verkauf von Produkten über die Internetplattform Ebay bestreiten. Mit ungefähr 76 Prozent wohnt das Gros der Ebay-Händler im ländlichen Raum. "Gerade diese Leute bekommen durch das Internet einen Marktzugang, den sie sonst nicht hätten", betonte der Ebay-Geschäftsführer. Die Zahl der Ebay-Shops schätzt der Mangager auf mittlerweile mehr als 50.000 in Deutschland.

Donnerstag, August 18, 2005

Es kommt Schwung auf


Heute hat der Steuerfachmann im Kompetenzteam von Angela Merkel die Steuererklärung in Zehn-Minuten gefordert. In Zukunft soll das Finanzamt dem Arbeitnehmer einen Vordruck oder einen Computerchip zuschicken. Der Steuerzahler prüft die darin enthaltenen Angaben, ob er zum Beispiel noch ein Kind bekommen oder den Arbeitgeber gewechselt hat. Diese Angaben ändert er entsprechend und schickt die Information zurück. Der Arbeitgeber gibt dann die Lohnsumme dazu und der Computer erledigt den Rest.

Dies ist der richtige Weg, konkrete Ziele auch zu formulieren. Nur wer sich bewegt, kann etwas ändern.